Sonntag, 14. Februar 2010

Mitten in eine Schiesserei geraten

Tönt gefährlich. Ist auch so.
Meine Frau und ich sassen mit Bekannten im Restaurant Samses, in dem man ausgezeichnet essen kann und dessen Bedienung einfach der Hammer ist. In dem Moment, als wir zum Dessert kommen wollten, um das feine Mahl würdig zu beschliessen, krachte plötzlich ein Schuss. Ich drehte mich um, um zu schauen, ob irgendwelche Fasnachts (Karneval)- verrückten mit Böllern für Stimmung sorgen wollten.

Aber ich sah gleich hinter der Scheibe einen Mann, der mit einer Pistole auf einen anderen Mann zielte und ein weiteres Mal abdrückte. Gleichzeitig durchschlugen auch schon zwei Kugeln die Scheiben des Lokals, eine nur eine handbreit über den Köpfen der dort Sitzenden. Sie schlugen in der Rückwand und der Decke ein. Ein Schrei im Lokal "runter, alle runter" durch das geistesgegenwärtig handelnde Personal und alle Gäste verschwanden in Sekundenbruchteilen unter den Tischen in Deckung. Aus den Augenwinkeln sah ich den Täter noch davonrennen.

Innerhalb kürzester Zeit war die Polizei mit dutzenden von Einsatzkräften vor Ort und riegelte das Gebiet weiträumig ab. Wir durften das Lokal aus Sicherheitsgründen nicht verlassen.

Die Gäste verhielten sich ausserordentlich ruhig und gefasst. Keinerlei Anzeichen einer Panik. Einigen aber war der Schock des soeben Erlebten klar in ihren Augen anzusehen. Nach langer Zeit, als klar war, dass keine unmittelbare Gefahr mehr drohte, begann die Polizei mit dem Aufnehmen der Personalien und der Zeugenaussagen. Im Gespräch mit den Beamten stellte sich dann heraus, dass es sich um ein Beziehungsdrama handelte, weil der Täter das Opfer gekannt hat.

Das wirklich Schöne an der ganzen Situation ist, dass durch irgend ein Wunder niemand ernstlich, abgesehen vom Schock für einige, verletzt wurde.
Ich darf am Krimiblog mitschreiben, dort stelle ich mir manchmal die haarsträubendsten Fälle in meiner Fantasie vor.
Aber dass ich jemals selber in so eine fatale Situation gerate, damit habe ich nicht gerechnet.


Hier noch der Link zum Bericht einer Tageszeitung:

Bericht 20min online
Bericht Tagesanzeiger

Schön, noch hier zu sein.......................

Kommentare:

  1. Uha....Abzulegen unter: "Dinge, die der Mensch nicht braucht..."

    Gut, dass euch nichts passiert ist!!

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  2. Dachte schon das dies an der langstarsse sein musste, da wird ja öffters mal rum geballert. Aber gut das es diesmal keine Verletzte oder Tote gab...

    Wird ja leider zu alltäglich, auch für die Schweiz. =(

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  3. Wuah, das ist ja wirklich wie im Film. Das liegt wohl in der Luft, denn gestern war mein Schwager, Rettungsassistent, auch in eine Schiesserei geraten. In einem Wohnhaus hat ein Rentner einen Nachbarn in den Kopf geschossen und sich dann danach selbst erschossen. War bestimmt ein toller Anblick. Und, konntest Du denn schlafen?

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  4. Ja sowas muss man wirklich nicht mit erlebt haben im Leben! Da kann man froh sein, das nix passiert ist!

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  5. *schauder*! Gott sei Dank ist niemand zu Schaden gekommen! Das ist ja wie im Film... Ich hoffe ihr verdaut das Erlebnis schnell!

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  6. Ich erspare mir mein Kommentar über die Zustände,
    die mittlerweile zum Leben gehören*kotz*.
    Hauptsache dir und deiner Frau, sowie den anderen Gästen geht es gut....puh!
    "Gott sei Dank"

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  7. ..furchtbar, ich hasse Gewalt, ehrlich gesagt, ich habe so oft ein ungutes Gefühl in der U-Bahn usw., schlimm, Unschuldige geraten in Konflikte, morgens noch froh, abends verstorben...

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  8. Oh Mann, da hast Du ja einiges erlebt! Gut, dass Dir nichts passiert ist!
    Da wird unser Krimiblog ja bald zum Tatsachenbericht...

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  9. Ja, liebe Blogger, so spielt das Leben manchmal Katz und Maus mit dir. Zum Glück ist aber wie durch ein Wunder alles gut gegangen.

    Aber etwas ist mir aus dieser Erfahrung wieder einmal so richtig bewusst geworden: es kann jederzeit und überall der Zeitpunkt eintreten an dem du abtreten musst. Und das auch ohne dein Zutun.
    Also liebe Bloggemeinde, geniesst jeden Tag, jede Stunde und jede Sekunde eures Lebens. Ihr habt nur das Eine, und das ist schneller vorbei, als einem lieb ist.

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  10. wie aufregend, aber auf so ein erlebnis verzichte ich gern! liebe grüße
    bluhnah

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