In der heutigen Zeit ist die Gefahr doch ziemlich gross, durch eine unbedachte Handlung oder Äusserung sein strahlend weisses Lächeln unfreiwillig in viele teure und schmerzhafte Sitzungen beim Kieferchirurgen einzutauschen. Allfällige weitere kosmetische Eingriffe im Gesicht, notwendig, um sich wieder an die Öffentlichkeit zu wagen, seien hier mal unerwähnt.
Ein erhobener Stinkefinger oder das berühmte Vogelzeigen zum Beispiel können dafür schon ausreichen. Nun ist es aber so, dass sogar ein falsch gezeigtes Peace oder Sieges-Zeichen verheerende Folgen für Leib und Leben nach sich ziehen kann. Richtig ausgeführt, also Zeige- und Mittelfinger mit der Handinnenseite dem Gegenüber empor gestreckt, symbolisiert Friedfertigkeit. Will man aber eine Beleidigung vermeiden, sollte man tunlichst darauf achten, nicht die Handaussenseite dem Anderen vor das Gesicht zu halten. Je nach dessen Nationalität und Kenntnis der früheren Gepflogenheiten erkennt er ein abschätziges oder gar beleidigendes Zeichen wie, du kannst mich mal, oder schlimmer.
Schuld daran sind die englischen Langbogenschützen des Mittelalters, die mit eben diesem Zeichen ihren Gegnern, den Franzosen, ihre Verachtung und Verhöhnung signalisierten. Denn fiel so ein Schütze in feindliche Gefangenschaft, wurden ihm diese beiden Finger abgeschnitten, damit er nie mehr imstande war, die Sehne zu spannen.
Dass die damaligen operativen Eingriffe ohne Anästhesie über die Bühne gingen erklärt sich von selbst.
Um also plötzlich auftretende gesundheitliche Veränderungen zu vermeiden sei von unkontrolliertem Einsatz von Handzeichen dringendst abzuraten. Als Ventil dient dann immer noch die Faust im Sack.
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