Donnerstag, 6. August 2009

Heiri Töpfer , Harry Potters Zürcher Cousin

Nach einem Blitzschlag mitten in seinen Kopf bei einem Sommergewitter geschah etwas Eigenartiges mit dem jungen Heiri Töpfer. Er hatte plötzlich die Fähigkeit zu zaubern. Er schaffte es problemlos, eine grosse Büchse Bohnen nur durch deren Verzehr und etwas Geduld in warme, stinkende Luft zu verwandeln. Auch durch das Verschwinden lassen von Zwiebeln in seinem Magen war er befähigt, seine Umwelt, vor allem seine Stiefmutter, immer wieder zu beeindrucken, indem er seine blütenweissen Unterhosen partiell dunkel färbte, ohne sie dabei vorher ausziehen zu müssen.

Auch die Geschäfte im Umkreis von Heiris Wohnort waren ob seiner Künste hell begeistert, weil nach jedem Besuch von dem jungen Töpfer viele Dinge aus den Regalen verschwunden waren, die dann wie von Zauberhand bei Heiri zu Hause in seinem Zimmer wieder auftauchten.

Um ihn ein wenig von der Last dieser Begabung abzulenken, durfte er seiner Stiefmutter helfen, die Treppenhäuser der umliegenden Wohnhäuser zu kehren, damit sie sich derweil mit hochgelegten Beinen ein paar Törtchen einverleiben konnte. Als Heiri im achten Stock mit einem Besen vor sich hin kehrte, taten es ihm seine Gedanken gleich und kehrten zurück. Als begnadeter Zauberer, dachten die Gedanken, kann man sicher auch auf Besen fliegen. Und flugs stand Heiri auf dem Dach, um zu fliegen.

Der Besen flog ganz wunderbar. Ohne Umwege schnurstracks direkt auf den sich vor dem Haus befindlichen Platz. Mit einem platzenden Geräusch schlug auch Heiri auf.

Nach mehreren Monaten konnte er wieder feste Nahrung zu sich nehmen und zwei seiner zehn Finger bewegen. Nach einem weiteren halben Jahr wurde er wieder aus dem Spital entlassen und begann auch gleich wieder mit dem Zaubern.

Er schaffte es mehrmals hintereinander, in einem Treppenhaus in einen automatischen Schrank zu steigen, einen beliebigen Knopf zu drücken und völlig überraschend in einem anderen Stockwerk aufzutauchen.

Sein beliebtester Trick aber war der, dass er nur durch das Betrachten von leicht oder gar nicht bekleideten Frauen in Hochglanzmagazinen seinen Zauberstab wachsen lassen konnte. Durch das anschliessende Herumwedeln mit ihm zauberte er sich selbst ein seliges Lächeln ins Gesicht.

Er genoss es, ein Zauberer zu sein.

Und falls er nicht gestorben ist, wedelt, ähh zaubert er noch heute.


© geschichtenerzähler


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